Neuer Dünnschicht-Solarpark geht ans Netz

Im Sommer 2008 war es soweit: In der Nähe von Föhren bei Trier fanden in dem Industriepark Region Trier die ersten Bauarbeiten zu dem größten Solarkraftwerk in Rheinland-Pfalz mit einer installierten Leistung von 8.400 kWp statt. Auftraggeber der Anlage waren die Stadtwerke Trier. Zur Begeisterung aller Beteiligten konnte die Anlage jetzt zum Ende des Jahres in Betrieb gehen. Die Anlage wurde auf einer Fläche von 25 ha zügig fertig gestellt. Erst sah es gar nicht so aus, als ob das klappen würden, denn die Planer waren zunächst davon ausgegangen, dass die Solarmodule aufgrund der starken Nachfrage nicht so schnell geliefert werden konnten. Alle Beteiligten waren überrascht, als dann doch schneller als vorhergesagt lief.

Bereits Ende Oktober meldeten die Stadtwerke Trier deutliche Fortschritte. Zu dem Zeitpunkt waren mit 65.000 Stück bereits rund 60% der insgesamt 112.000 Solarmodule installiert. Zu der gleichen Zeit liefen die Arbeiten auch an anderen Stellen weiter. So musste die Station zur Übergabe des Sonnenstroms errichtet werden, damit der Solarstrom in das Netz eingespeist werden kann. Daneben liefen die Vorbereitungsarbeiten für die Stationen mit den Wechselrichtern und den Transformatoren. In dem neuen Solarkraftwerk braucht man insgesamt jeweils fünf davon. Mit den Wechselrichtern wird der Strom, der aus dem Solarmodul als Gleichstrom geliefert wird, in Wechselstrom umgewandelt. Bei Gleichstrom ist die Stärke und Richtung der Elektrizität immer gleich. Bei Wechselstrom ändert sich die Richtung stetig. Der Wechselstrom wird über Transformatoren geführt, die den Strom in eine Spannung von 20.000 V umwandeln. Mit dieser Spannung wird der Strom im Stromnetz weiter transportiert. Ende Oktober gingen die Stadtwerke Trier davon aus, dass bald das erste Teilstück der Solaranlage aktiviert werden könnte.

Mitte Dezember wurde nach einer Bauzeit von insgesamt sechs Monaten das ganze Solarkraftwerk in Betrieb genommen. Insgesamt wurden nach Angaben der Stadtwerke rund 30 Mio. Euro in das Projekt investiert. Gebaut wurde das Solarkraftwerk von der Conergy AG mit Sitz in Hamburg. Die Solarmodule wurden von der Firma First Solar geliefert. Die Zahlen rund um das schnelle Riesenprojekt sind beeindruckend. Die 112.000 Module sitzen auf 40.000 Traggestellen. Es gibt fünf Stationen mit Wechselrichtern, in denen insgesamt 28 Wechselrichter mit je 300 kW installiert sind. Die Anlage erzeugt 9 Mio. Kilowattstunden Elektrizität. Mit dieser Menge Strom können theoretisch 2.400 Durchschnittshaushalte versorgt werden. Aber nicht nur das: Beeindruckend ist auch die Umweltfreundlichkeit der Anlage, denn pro Jahr werden rund 5.000 t Kohlendioxid eingespart.Die Anlage wurde zunächst für eine Laufzeit von zwanzig Jahren kalkuliert. In dieser Zeit dürfte die Anlage insgesamt 100.000 t Kohlendioxid einsparen. Einmal aufgebaut, produziert diese Solaranlage keinen Schmutz mehr für die Umwelt. Der Strom kann mit einem gutem Gewissen verbraucht werden. Für die Lieferung von Strom in das öffentliche Netz erhält die Anlage eine Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare Energien Gesetz. Interessant ist auch das mit den Stadtwerken Trier ein regionaler Energieversorger sich der Sache mit dem Solarstrom angenommen hat und ein umweltfreundliches Beispiel für Folgeprojekte sein kann.

Interessant sind auch weitere technische Details der Anlage: Für den Solarpark wurden Dünnschichtmodule verwendet. Diese Module werden hauptsächlich für große Anlagen eingesetzt, da sie preiswerter sind als Module aus kristallinem Silizium. Man braucht für Dünnschicht-Anlagen viel Platz, beide Argumente waren wichtig für die Anlage in der Nähe von Föhren. Dünnschichtzellen bestehen zum Beispiel aus amorphen Silizium. Auch Cadmium-Tellurit und anderer Mittel kommen als Material zum Einsatz. Das Material wird dünn auf einen Träger z.B. Glas aufgeschichtet. Es gibt aber auch noch andere mögliche Trägermaterialien. Der Wirkungsgrad liegt in der Regel bei 6 – 9 Prozent. Das ist weniger als bei bei anderen Solarzellen. Bei Solarzellen aus kristallinem Silizium liegt der Wirkungsgrad höher bei 11 – 16 Prozent. Ein deutlicher Vorteil der Dünnschicht-Zellen ist der geringe Materialverbrauch. Denn das sonst so oft verwendete Silizium wird immer teurer.

Warum wurde der Park in dem Industriepark Region Trier gebaut? Das Gelände liegt sehr günstig an einem südlich ausgerichteten Hang. So kann optimal die Sonne eingefangen werden. Das Gelände war laut Bebauungsplan als Ausgleichsfläche für den Industriepark gedacht. Der neue Sonnenpark ist gut zu erreichen und war leicht an das Stromnetz anzuschließen. Der Hang ist so gelegen, dass nur ganz wenige Wohngebäude in ihrer Sicht beeinträchtigt werden. Nur die Einwohner von Bekond gucken auf die Anlage. Damit sich die Solaranlage ins Landschaftsbild einpasst, wird rund um die Anlage eine Hecke gepflanzt. Durch die extensive Bewirtschaftung der Grünflächen der Anlage, soll die Entwicklung einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt gesichert werden. Die Anlage wird so auch ökologisch sehr sinnvoll.

Quellen: Stadtwerke Trier; Conergy, First Solar, Wikipedia